Kerzers I – Haute Gruyere I 6-3

Kerzerser Heimsieg bei Torfestival im Erli

Vor Anpfiff der zeitgleich stattfindenden sieben 2.-Liga-Spiele hätten wohl nur wenige darauf gewettet, dass das bei Weitem torreichste Match ausgerechnet Kerzers gegen Haute-Gruyère sein würde. Im bisherigen Saisonverlauf hatten die Sturmreihen der beiden Teams eine eher dem Durchschnitt entsprechende Produktivität vorweisen können. Auch die besten Skorer der Kontrahenten Marem Ajda­roski (FC Kerzers, 9 Tore) und Arton Ademaj (FC Haute-Gru­yère, 11 Tore) figurierten in der Liga-Torschützenliste nicht in Podestnähe, wo der aktuell drittplatzierte Kevin Portmann bei 20 Treffern steht.

Was sich dann im Erli bei Sommerwetter abspielen sollte, überraschte die Zuschauer gleich in mehrfacher Hinsicht: Die Anhänger des Heimteams waren relativ entspannt und optimistisch zum Fussballplatz gepilgert, schliesslich hatte ihre Mannschaft zuletzt eine imposante Serie mit sechs Siegen in Folge hingelegt. Der Gegner aus dem Greyerzerland war hingegen seit mittlerweile sieben Spielen sieglos.

Wer mit den Seeländern sympathisierte, verbrachte jedenfalls nicht die erwarteten relaxten 90 Minuten. Kaum hatte die Partie begonnen, da wurde den Gästen auch schon ein Strafstoss zugesprochen, den sie aber ungenutzt liessen.

Nach gut zwanzig Minuten waren beide Teams offensiv warmgespielt und begannen zugleich defensiv fehlerhafter zu agieren. So kam es zu einem wahren Torreigen mit fünf Treffern bis zur Pause: Kerzers legte nach einem Prellball in Strafraumnähe durch Michael Fuchs vor (21.), musste dann aber den Ausgleich durch den frei stehenden Ademaj hinnehmen (25.). Nur fünf Zeigerumdrehungen darauf traf mit Ricardo Jorge Sanches de Oliveira Alves wieder ein Gästespieler, sein gefühlvoller Lupfer war zu seinem Leidwesen aber ein Eigentor. Nach weiteren Chancen krönte sich Fuchs in der 39. Minute zum Doppeltorschützen. Sein Sturmpartner Yves Schlapbach wollte da nicht zurückstehen, zeigte eine schöne Körpertäuschung und schoss zum 4:1 ein.

«Schade fürs Torverhältnis …»

Die Geschichte der zweiten Hälfte ist relativ schnell erzählt: Kerzers setzte mit einem herrlichen Freistosstor von Sandro Stoll (50.) sowie einem erfolgreichen Kopfball von Luca Comba (89.) die Eckpunkte, musste dazwischen aber zwei Gegentore hinnehmen, sich bei seinem einmal mehr starken Keeper Matti Kuuse bedanken und auch ein wenig das Glück in Anspruch nehmen. Kuuse, dessen Eltern aus dem fernen Bielefeld angereist waren, bewahrte sein Team vier Mal vor weiterer Unbill, und in der 73.  Minute retteten das Aluminium und ein Verteidigerkopf.

Diese Hektik nach klarer Führung gefiel auch Trainer Marc Flühmann nicht: «Wir hatten phasenweise aufgrund mangelnder Kommunikation Mühe mit der Zuteilung und waren zu wenig kompakt.» Auch seien die Gegentreffer und liegengelassenen Chancen «schade fürs Torverhältnis». Dennoch freute er sich über den Ausbau der Serie auf sieben Siege.

Telegramm

Kerzers – Haute-Gruyère 6:3 (4:1)

Erli. 110 Zuschauer. SR: Gabriel Silva. Tore: 21. Fuchs 1:0. 25. Ademaj 1:1. 30. Sanches de Oliveira Alves (ET) 2:1. 39. Fuchs 3:1. 42.  Schlapbach 4:1. 50. Stoll 5:1. 61.  Ramabaja 5:2. 64. Ademaj 5:3. 89.  Comba 6:3.

FC Kerzers: Kuuse; Moser, Siegrist, Spycher, Schulz; Gruber (68. Gonçalves Leite), Cloux (59. Ajdaroski), Stoll, Comba; Fuchs (79. Weber), Schlapbach.

FC Haute-Gruyère: Schafer; Jaquet, Sanches de Oliveira Alves (90. B.  Gremaud), S. Gremaud, Waeber; Beaud, Savary (82. Schuwey), Morina, Fazlija (59.  Silva Pinto); Ademaj, Ramabaja.

Bemerkung: 3. Ramabaja verschiesst Foulelfmeter.