Kerzers I – Piamont 1:6 (1:2)

Klatsche für Kerzers’ Rumpfteam

Edgar Fahrni

Nach einem guten Start brach der FC Kerzers im 2.-Liga-Spiel gegen den Tabellenführer Piamont komplett ein. Die Niederlage der Seeländer hätte am Ende gar noch höher ausfallen können als 1:6.

Das Spiel am Samstagabend hatte für den FC Kerzers optimal begonnen. Bereits nach neun Minuten lagen die Einheimischen nach einem Treffer von Luca Comba in Führung. Und sie erarbeiteten sich in der Folge gar noch einige weitere Torchancen und liessen den Tabellenleader phasenweise alt aussehen. Nach 22 Minuten war es mit der Herrlichkeit des FC Kerzers allerdings vorbei. Durch einen umstrittenen Penalty gelang Piamont der Ausgleich. Goalie Nicolas Haas wehrte den Strafstoss von Basil Brülhart zwar gekonnt ab, gegen den zweiten Nachschuss von Robin Brülhart war er aber chancenlos.

Der Ausgleich brauchte das ersatzgeschwächte Kerzers aus dem Tritt. Mit Marc und Vincent Kaltenrieder, Max Schulz, Lukas Weber, Florian Cloux, Marem Ajdaroski, Yannick Gruber, Michael Etter, Sandro Stoll, Marc Rotzetter und Kushtrim Azizi fehlten zahlreiche Leistungsträger, die das Team hätten auffangen können. So übernahm nun der vom überragenden Arton Ademaj angeführte Leader das Geschehen. Erst konnte Schlussmann Haas noch gegen Piamonts Goalgetter retten, in der 33. Spielminute war er gegen Captain Sylvain Renevey, der sich am linken Flügel durchsetzte und den Ball beim linken Pfosten eindrückte, aber chancenlos.

Der totale Einbruch

Wer nun eine Reaktion des Flühmann-Teams erwartet hatte, sah sich getäuscht. Kaum war die zweite Halbzeit gestartet, erhöhte Ademaj auf 1:3. Kerzers’ Gegenwehr war damit endgültig gebrochen. Praktisch jeder Zweikampf ging nun verloren, und die Defensive wurde ein ums andere Mal überlaufen. Torhüter Haas wusste teilweise nicht mehr, wo ihm der Kopf stand. Er konnte nicht verhindern, dass Ademaj schon bald auf 1:4 erhöhte (53.)

Danach fand Kerzers etwas besser ins Spiel, auch deshalb, weil der Aufstiegsaspirant aus dem Saanebezirk sein Tempo etwas drosselte. So kam Simon Guggisberg zu einer Chance, als er sich am linken Flügel durchsetzte, seinen Schuss aber verzog. Und der eingewechselte ehemalige Goalgetter Ken Krähenbühl hatte in der 77. Minute ebenfalls das 2:4 auf dem Fuss, doch auch er zielte daneben.

Diese Aktionen weckten die Gäste wieder auf, aber vorerst scheiterte Ademaj einmal mehr an Haas, der dann beim nächsten Angriff des eingewechselten Alan Ryser erneut den Ball aus dem Netz holen musste (79.). In der vorletzten Spielminute war es wiederum Ademaj, der den Ball via Lattenkreuz ins Tor zirkelte.

«Haben uns gehen lassen»

Kerzers-Captain Dominik Moser fand nach dem Spiel klare Worte: «Nach der Pause produzierten wir viele individuelle Fehler und waren dem Druck von Piamont nicht mehr gewachsen.» Und Trainer Marc Flühmann ergänzte: «Nach dem guten Start liessen wir uns in der zweiten Halbzeit völlig gehen. Es fehlte dem Ersatzteam zudem völlig an Erfahrung.» Das Spiel gelte es so schnell wie möglich abzuhaken und sich auf das Cup-Halbfinalspiel von morgen Dienstag zu fokussieren. «Unser grosses Saisonziel ist es, den Freiburger Cup zu gewinnen und uns für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups zu qualifizieren», sagt Flühmann.

Im Duell der letzten vier muss sein Team morgen (20  Uhr) auswärts antreten, beim FC Piamont. Der Trainer hofft, dass dann wieder einige der abwesenden Spieler zurück sind, damit man erfolgreich Revanche nehmen könne.

Telegramm

Kerzers – Piamont 1:6 (1:2)

Sportplatz Erli. – 90 Zuschauer. – SR: Vljanic. Tore: 9. Comba 1:0. 22. Robin Brülhart 1:1. 33. Renevey 1:2. 46. Ademaj 1:3. 53. Ademaj 1:4. 79. Ryser 1:5. 88.  Ademaj 1:6.

FC Kerzers: Haas; Comba, Zwahlen (69.  Machado). Lopes Ramos, Moser; Gonçalves Leite (69. Krähenbühl), Forster (69. Gutknecht), Hubacher, Sutter; Fuchs, Guggisberg.

FC Piamont: Hayoz; Progin (74. Mauron). Vorlet, Ganic, Cotting; Lopes Varela, Fres Zuniga (66. Duarte Alves), Renevey, Basil Brülhart (41. Ryser); Ademaj, Robin Brülhart (84. Meyer).

Bemerkung: 90. Gelb-Rote Karte Vorlet (Foul).