Avenches – Kerzers I 0:1 (0:0)

Knapper Auswärtssieg für Kerzers

Obwohl der FC Kerzers fahrlässig mit seinen Chancen umging, gewannen die Seeländer am Samstag beim FC Avenches 1:0. Für die Waadtländer wird der Abstieg in die 3. Liga damit immer wahrscheinlicher.

«Die Hauptsache ist, dass wir gewonnen haben», sagte Kerzers-Trainer Marc Flühmann nach Spielschluss in Avenches. Dass es bis zum Schluss spannend blieb und jeder Ausgang noch möglich war, dafür hatten die Gäste gleich selber gesorgt. Nachdem Kevin Hubacher die Seeländer nach einer knappen Stunde endlich in Führung brachte, wurden fast im Minutentakt drei hochkarätige Torchancen leichtfertig vergeben. Es war allerdings nicht leicht bei den Waadtländern, die sich mit allen Mitteln gegen den drohenden Abstieg zur Wehr setzten und Kerzers daran hindern wollten, überhaupt ein flüssiges Kombinationsspiel aufzuziehen. Besonders in der ersten Halbzeit hatten die Gäste deshalb Mühe, ins Spiel zu kommen.

Avenches droht die 3. Liga

2003 wechselte der FC ­Avenches als 3.-Liga-Verein vom waadtländischen- zum freiburgischen Fussballverband. 2017 gelang der Aufstieg in die 2. Liga. Der Aufenthalt des FC Avenches in dieser 2. Liga dürfte aber nach der schwachen Darbietung vom frühen Samstagabend bereits nach zwei Saisons beendet sein.

Der FC Kerzers seinerseits blieb in der bald zu Ende gehenden Saison ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Drei Vizemeistertitel und zwei Podestplätze hatten sich nach der Rückkehr von der interkantonalen 2. Liga (2011) in den vergangenen sieben Jahren im Erli angesammelt. Dadurch wurde Kerzers zu Beginn der Saison mindestens zum grossen Herausforderer des FC Piamont gestempelt. Soweit kam es aber nicht: Marc Flühmann und seine Leute vermochten diesem Druck nicht standzuhalten. Gute und schlechte Leistungen wechselten in bunter Reihenfolge. Vielversprechend sah es hingegen im Freiburger Cup aus. Im Halbfinal kam aber gegen Piamont das Aus.

«Wir waren zu wenig kon­stant und mussten einiges an Verletzungen hinnehmen», sagte Trainer Marc Flühmann. Für die neue Saison stehen markante Wechsel an: Sechs Kaderleute werden nicht mehr für Kerzers spielen, sechs junge Spieler zum Teil aus dem eigenen Nachwuchs werden in­tegriert.

Hubacher mit goldenem Tor

Die Geschichte des Spiels in Avenches ist schnell erzählt. Das Heimteam riegelte mit einer Fünferkette sein Tor ab und versuchte mit weiten Bällen, die meist im Niemandsland endeten, sein Glück. Hartes Einsteigen und versteckte Fouls prägten auf beiden Seiten das Geschehen. Zur einzigen Chance der ersten Halbzeit kam Marc Rotzetter nach einem Zuspiel von Kevin Hubacher, als er den Ball am ausgezeichnet reagierenden Torhüter Jon Vienne nicht vorbeibrachte (37.). Der junge Schiedsrichter konnte sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen, blieb aber trotz sieben Gelben und zwei Roten Karten jederzeit Herr der Lage.

Nach einer Kombination wie aus dem Lehrbuch zwischen Marc Rotzetter und Kevin Hubacher brachte Hubacher die Seeländer in Führung (57.) Danach entblössten die Einheimischen ihre Verteidigung, wodurch den Gästen viel mehr Raum gewährt wurde. Kevin Hubacher, Marem Ajdaroski, Dominik Forster und Marc Rotzetter spielten plötzlich gross auf und kamen zu ausgezeichneten Chancen, die aber samt und sonders leichtfertig vergeben wurden. Von ­Avenches drohte allerdings keine Gefahr für Kerzers und dessen Torhüter Nicolas Haas. Ein anderer Gegner hätte diesen Schlendrian jedoch wohl ausgenützt.

Telegramm

Avenches – Kerzers 0:1 (0:0)

Gemeindesportplatz Avenches. – 35  Zuschauer – SR: Resende. Tor: 57. Hubacher 0:1.

FC Avenches: Vienne; Bigler, Osmanaj, Corthésy, Ndombele; Barros (46. Beciri), Müller (72. Grigoruta), Gamba, Lewandrowski (46. Bajrami); Hoti (46. Varela), Silvade (70. Beciri).

FC Kerzers: Haas; Schulz (74. Weber), Etter (18. Guggisberg) Vincent Kaltenrieder, Moser; Forster, Stoll, Goncalves Leite (88. Gruber), Hubacher (81. Cloux); Ajdaroski (88. Machato), Rotzetter.

Bemerkungen: Gelb-Rote Karten für Bigler (85.), Osmanaj (85.; 2. Verwarnung).