FC Kerzers III – FC Chatonnaye-Middes II 5:2

FC Kerzers III – FC Chatonnaye-Middes II 5:2

Die Marschvorgabe war klar: Entweder ein bisschen mitspielen und die dritte Niederlage einfahren, oder endlich so dominieren, wie es uns in der Hinrunde mehrfach gelungen ist. Es stand eine Revanche an, war es doch Chatonnaye-Middes, die die Seeländer im Frühling im Cupviertelfinale rausgekegelt hatten!

Zuallererst schaltete sich aber Petrus ein und öffnete seine Schleusen. Dementsprechend startete das Spiel mit gut 30 Minuten Verspätung. Man sammelte sich ein letztes Mal in der Garderobe und ein Blick in die Kerzerser Augen verriet: An diesem Samstag war jeder bereit, alles niederzureissen.

So starteten der FCK dann auch im Kollektiv – hart, unnachgiebig und ab der ersten Sekunde mitten in den Zweikämpfen. Es dauerte nicht lange, bis sich beim Gast erste Frustration ob der harten Gangart der Seeländer breitmachte. Supersenior Ken Krähenbühl (Transferverhandlungen für die definitive Übernahme laufen) war es, der die Kerzerser dann verdient und früh in Führung schoss. Es bedurfte einer Heldenparade von Demis Lüdi, der einen gut getretenen Freistoss an den Pfosten lenkte, damit diese Führung Bestand hatte. Dann jedoch ein erster Aufreger: Aus heiterem Himmel zeigte der starke Unparteiische auf den Penaltypunkt und Oldie Münger sah gelb (somit am Mittwoch gesperrt). Lüdi „die Katze“ war zwar noch dran am schwach getretenen Elfer, aber so stand es 1:1. Beim Torschützen aus Chatonnaye-Middes brannten nur wenige Minuten nach dem Elfer die Sicherungen durch, für eine angetäuschte Tätlichkeit wurde er vom Platz gestellt und die Seeländer spielten somit in Überzahl. Die Herangehensweise blieb unverändert, bissig und aufmüpfig wurden die Gäste bearbeitet, bis Stähli nach toller Vorarbeit von Raketenmann Thomet kurz vor der Pause zum 2:1 einschob.

Die taktische Vorgabe von Aushilfstrainer Schätti ging nicht spurlos an den Seeländern vorbei, das Mittelfeld aus Moosmann, Stähli, Leu und Almeida riss ein unglaubliches Laufpensum runter in den ersten 45 Minuten. Dennoch begannen wir die zweite Halbzeit mit demselben Elan und die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen, als nach einer improvisierten Freistossvariante über Ken und Almeida der Ball vor die Füsse von King Marcio Teixeira fiel. Diesem fiel nichts besseres ein, als diesen Ball mit der Hacke (!) dem verdutzen Gegenspieler zwischen den Beinen hindurch (!!!) ins Tor zu schieben. 48 Minuten gespielt, Kerzers 3, Gast 1, Motivation des Gastes: gegen 0 tendierend. Marcio hatte Blut geleckt und so war er es, der kurz darauf in Cristiano-Ronaldo-Gedächtnismanier einen Freistoss aus gut 30 Minuten unwiderstehlich in die Maschen drosch. Zeugen berichten, dass er mit seinem Ego nicht einmal mehr durch die Garderobentüre passte. Nun machten sich die Spuren unseres Abnützungskampfes sichtbar, es war Zeit für eine Wechselorgie vom unermüdlich wütenden Aushilfstrainer. So verliessen nacheinander Moosmann, Münger, Almeida und Ken den Platz. 3 von 4 waren froh und machten sich auf in Richtung Dusche, einer jedoch hatte noch nicht genug: Ken Krähenbühl hielt sich warm, um danach den entkräfteten Marcio Teixeira zu ersetzen. Ein Meisterhändchen, denn Ken schob knapp 60 Sekunden nach seiner Wiedereinwechslung zum 5:2 ein, nachdem die Gäste noch einen nicht erwähnenswerten Anschlusstreffer montiert hatten. Das Spiel plätscherte zu Ende und die Freude war gross über den ersten Sieg.

Nun steht uns ein weiteres Entscheidungsspiel gegen Riaz 2b bevor, in welches wir mit einigen Hypotheken starten: Innenverteidiger Münger ist gesperrt, 5 andere sind vorbelastet. Trotzdem werden wir wieder die mühsamen, aufmüpfigen Seeländer sein. Es gilt: Go Hard or go home! Auf zahlreiche Unterstützung seitens der Fanhorden zählen wir auch am Mittwoch wieder, beste Unterhaltung ist garantiert.

FC Kerzers III – FC Chatonnaye-Middes II 5:2

Torschützen: 8′ Ken Krähenbühl 1:0, 29′ Alex Sequeira (Penalty) 1:1, 38′ Roman Stähli 2:1, 48′ Marcio Teixeira 3:1, 55′ Marcio Teixeira 4:1, 65′ Victor Mendes 4:2, 74′ Ken Krähenbühl 5:2.

Aufstellung Kerzers: Lüdi; Carrulo de Jesus, Münger (gelb), Bucher, Thomet; Almeida, Stähli (gelb), Leu © (gelb), Moosmann; Teixeira, Krähenbühl. Ersatz: Le Roux (gelb), Wohlhauser, Schwab (gelb), Kübler.

Besonderes: Rot für Alex Sequeira (Chatonnaye-Middes) in der 32. Minute