Kerzers I – Châtel-St-Denis 1:4 (1:3)

Kerzers unterliegt effizientem Aufsteiger

Nach früher Führung kassierte der FC Kerzers gegen Châtel-St-Denis ganze vier Gegentore. Damit ist der Schwung des Startsiegs gegen Ueberstorf bereits verflogen.

«Ich bin mit keinem Spieler aus meiner Startformation zufrieden, ebenso mit keinem Einwechselspieler» – so die klaren und eindringlichen Worte von Kerzers-Coach Marc Flühmann nach dem Schlusspfiff. Der Biss und Wille, die den Seeländern vor Wochenfrist noch den Sieg gegen Ueberstorf ermöglicht hätten, hätten nun gegen Châtel-St-Denis absolut gefehlt. «Das war ein richtig zermürbendes Spiel», ergänzte Flühmann. Insgesamt geriet die erste Partie der Saison im heimischen Erli aus Kerzerser Sicht zur kalten Dusche: Châtel-St-Denis, der Aufsteiger aus dem Vivisbachbezirk, feierte einen deutlichen 4:1-Auswärtssieg.

Kerzerser Blitzstart

Dabei hatte der Abend ganz nach dem Geschmack von Marc Flühmanns Mannen begonnen: Bereits in der zweiten Spielminute verwertete Marc Rotzetter einen Abpraller nach eigenem Schuss zum Führungstreffer. Die Freude währte aber nicht lange: Nur fünf Minuten später liess die Kerzerser Hintermannschaft dem grossen Namen in der Vivisbacher Offensive, dem Brasilianer Jonathan Caeiro Teixeira, recht viel Raum. Der 25-Tore-Mann der Vorsaison nutzte das eiskalt aus und erzielte das 1:1 (7.).

Nach der furiosen Start­phase flachte das Spieltempo ab, das Geschehen verlagerte sich ins hart umkämpfte Mittelfeld. Kurz vor der Dreissig-Minuten-Marke war es dann erneut ­Caeiro Teixeira, der einen eklatanten Abwehrfehler des Heimteams bestrafte. Das folgenschwere Missverständnis zwischen Goalie Nicolas Haas und einem Verteidiger sorgte bei Marc Flühmann für hörbaren Ärger: «Jetzt haben wir aber genug Geschenke verteilt!» Sein sehr junges Team – sechs Startspieler unter 20 Jahren – vermochte sich etwas zu stabilisieren; gegen vorne ging aber weiterhin wenig. Kurz vor der Pause stand aber Rotzetter plötzlich frei im Strafraum, sein Kopfball verfehlte jedoch das Tor.

Brasilianischer Hattrick

Eine vergebene Grosschance nur wenige Augenblicke vor dem Kabinengang ist ärgerlich, es geht aber noch schlimmer. Für Kerzers kam es nun knüppeldick: Caeiro Teixeira trat in der Nachspielzeit nochmals in Aktion und schnürte einen lupenreinen Hattrick. Das 1:3 stellte zu diesem Zeitpunkt ­natürlich einen veritablen mentalen Tiefschlag für die Haus­herren dar. Nun nahm Trainer Marc Flühmann das Heft in die Hände. Seine Pausenansprache sowie ein Doppelwechsel zeigten rasch Wirkung: Die erste Viertelstunde nach dem Seitenwechsel gehörte klar dem FC  Kerzers. Zwei gute Abschlüsse vom Anspiel weg sowie ein satter Rotzetter-Schuss (59.) brachten den dringend benötigten Anschlusstreffer aber nicht.

Der eingewechselte Marem Ajdaroski brachte den Ball zwar im Netz unter, wurde aber wegen Offsides zurückgepfiffen (54.). In der Folge kontrollierten die erfahrenen Akteure des FC Châtel-St-Denis das Geschehen und brachten den Sieg locker nach Hause. Kurz vor Spielende war Caeiro Teixeira ein weiteres Mal für die offensive Musik besorgt, seine astreine «Bicicletta» parierte Haas aber ebenso gekonnt. Der Schlusspunkt blieb Einwechselspieler Marceau Rapsode vorbehalten, der für die Gäste auf 4:1 erhöhte.

Telegramm

Kerzers – Châtel-St-Denis 1:4 (1:3)

Erli. – 100 Zuschauer. – SR: Miroslav Nikolic.

Tore: 2. Rotzetter 1:0. 7. Caeiro Teixeira 1:1. 27. Caeiro Teixeira 1:2. 45. + 1’ Caeiro Teixeira 1:3. 89. Rapsode 1:4.

FC Kerzers: Haas; Schwander, Etter, V.  Kaltenrieder (79. Schmidiger), Schulz; Guggisberg (67. Minovski), Rostetter, Anderegg (46. Ajdaroski), Machado Leite (46. Gonçalves Leite); Fuchs; Rotzetter.

FC Châtel-St-Denis: Raimondo; Fernandez (58. Cabero Colastra), Ukhadja, Ukic, Asaj; Panxaj (82. Schopfer), Haziri (73. Rapsode), Braichet (63. Gerard), Dabo (55. De Paiva Antunes); Ukehaxhaj, Caeiro Teixeira.