Kerzers I – Belfaux 3:3 (2:1)

Kerzers lässt Punkte liegen

Im kapitalen 2.-Liga-Kellerduell gab es für die Seeländer gegen das Schlusslicht Belfaux nur ein 3:3-Unentschieden. Damit stagniert der FC Kerzers auf dem zweitletzten Rang.

Der FC Kerzers hat diesen Monat zwei Gesichter: Im Freiburger Cup spielten die Mannen von Trainer Marc Flühmann zwei Mal gross auf. Anfang Oktober gab es ein 7:4-Spektakel gegen Cugy/Montet, bevor letzten Dienstag Riche­mond mit 2:0 bezwungen wurde. Ganz anders das Liga-Alltagsgesicht: In zwei Partien setzte es für Kerzers zwei Niederlagen ab, gleichbedeutend mit dem Fall von Platz 10 auf Platz 13. Umso wichtiger war darum das samstägliche Sechs-Punkte-Spiel gegen Schlusslicht Belfaux. Die Saanebezirkler sind mit 37 Gegentreffern die Schiessbude der Liga.

Davon war zu Beginn der Affiche auf dem Kerzerser Erli nichts zu sehen. Die Gäste starteten forsch und setzten die Seeländer unter Druck. Das machte sich rasch bezahlt: Auf rechts verlor Simon Guggisberg den Ball zum zweiten Mal innert 15 Sekunden, woraufhin Mathieu Dombele mit seiner Flanke Blaise Martinetti fand, der locker einköpfen konnte (9.). Belfaux war auch weiterhin meist einen Schritt schneller als Kerzers und agierte schlicht griffiger in den Zweikämpfen. Die Hausherren wirkten verunsichert und brauchten lange, um ins Spiel zu finden.

Zwei Kerzers-Traumtore

Erst um die Dreissig-Minuten-Marke herum wurde Kerzers offensiv richtig gefährlich, zeigte sich dafür aber gleich ziemlich effizient: Maximilian Schultz‘ Kopfball war zwar noch zu unplatziert, dafür traf Sturmspitze Michael Fuchs wenig später zum Ausgleich (29.). Nun lief der Ball phasenweise richtig gut durch die Reihen der Roten. Noch vor der Pause münzten sie diese neu gewonnene spielerische Überlegenheit zum 2:1 um: Gästehüter Gabriel Chocomeli konnte gegen Guggisberg noch mirakulös retten, direkt danach schlug aber Sven Andereggs Strich herrlich im Giebel ein (41.).

Nach dem Seitenwechsel war vom Kerzerser Elan nicht mehr viel zu sehen. Das Kellerduell wurde zerfahrener und damit unattraktiver. Erst zwanzig Minuten vor Ende kam wieder Leben in die Bude: Martinetti war in Kopf und Beinen zwei Mal schneller als seine Gegenspieler, krönte sich so zum Dreifachtorschützen und drehte die Partie (68./74.). Aber Kerzers vermochte nochmals zu reagieren: Der eingewechselte Kushtrim Azizi egalisierte den Spielstand mittels eines eleganten Schlenzers, der via Innenpfosten den Weg ins Tor fand (79.).

Bis zum Abpfiff hätten Guggisberg und Fuchs sowie der von der Bank gekommene Marem Ajdaroski den Dreier fürs Heimteam perfekt machen können: Sie alle tauchten alleine vor Chocomeli auf – und scheiterten am Schlussmann. «Wenn du unten drinsteckst, gehen diese Bälle häufig nicht rein», analysierte Marc Flühmann ernüchtert. Immerhin sei man nun in den Spielen gegen Saint-Aubin und Sarine-Ouest nicht favorisiert – eine Aussenseiterrolle, die seinem Team liege.

Telegramm

Kerzers – Belfaux 3:3 (2:1)

Erli. – 150 Zuschauer. – SR: Camara. Tore: 9. Martinetti 0:1. 30. Fuchs 1:1. 41. Anderegg 2:1. 68. Martinetti 2:2. 74. Martinetti 2:3. 79. Azizi 3:3.

FC Kerzers: Leuthold; Weber (61. Azizi), Deutsch (77. Ajdaroski), Etter, Schulz; Anderegg (57. Gonçalves Leite); Guggisberg, Stoll, Rostetter, Schwander (86. Miftaroski); Fuchs.

ES Belfaux: Chocomeli; Mory (87. Müller), Lauper, Baechler, Alves Da Silva; Martinetti (87. Hoxha), Folly, Dafflon, Dombele (88. Conti); Jacob Pires; Biolley (84. Andrey).